Workshops Finanzmanagement in Gemeinden

Workshop 1) Budgets lesen lernen

vom Zahlenfriedhof der Kameralistik zur wirkungsorientierten Haushaltsführung

Gemeindebudgets und Rechnungsabschlüsse liefern umfangreiche Detailinformationen, von denen die meisten für die Gesamtsituation der Gemeinde wenig bis gar keine Aussagekraft haben. Welche Teile tatsächlich verwendet werden können und welche Zahlen noch erforderlich sind um einE professionelleR FinanzmanagerIn zu werden, zeigt dieser Workshop. Dort wo Zahlen gar nicht verfügbar sind, werden systemische Schätzungen zur Verfügung gestellt. Immer mit dabei: das Prinzip der wirkungsorientierten Haushaltsführung, also die Frage wie  Haushaltssteuerung funktioniert, wenn wichtig sein soll was bestimmte Ausgaben tatsächlich bewirken und nicht bloß wie hoch sie sind.


Workshop 2) Nachhaltigkeit messen

von der politischen Worthülse hin zum konkret messbarem Erfolg

Nachhaltigkeit will wohl jeder. Den konkreten, rechnerischen Beweis, dass diese im Budget und Rechnungsabschluss tatsächlich gegben ist, bleiben aber alle schuldig. Auch deswegen, weil es kein Verfahren zur Messung gibt. Finanzreferent Andreas Parrer hat in seinem Fachbuch die erste Messmethode für Nachhaltigkeit in Gemeindehaushalten entwickelt und stellt diese in diesem Workshop dar. Einmal mehr wird man mit den Lücken des derzeitigen Haushaltsrechtes konfrontiert, welche mit systemischen Schätzungen geschlossen werden können, wenn die Gemeinde dies nicht mit professioneller Buchführung tun will.

Empfehlung: dieser Workshop wird dann am effektivsten, wenn die TeilnehmerInnen bereits den Workshop 1 absolviert haben.


Workshop 3) Die Arbeit im Prüfausschuss

vom Portokassenzählen hin zum professionellem Controlling-Organ

Da die Gemeinden verfassungsrechtlich autonome Wirtschaftskörper sind, gibt des de facto keine rechtlich verbindlichen externen Kontrollen. Die wesentliche Kontrolle muss in der Gemeinde von innen - in Form des Prüfungsausschusses (Kontrollausschusses) sichergestellt werden. Dies müssen viele derartige Organe in der Praxis schuldig bleiben, da den meist ehrenamtlichen Mitgliedern nicht nur die notwendige Sachkenntnis und Erfahrung zu professioneler Prüf- und Beratungsarbeit fehlt, sondenr oft auch der politische Auftrag.

Wie ein Prüfungsausschuss vom wenig relevanten Zählen des Bargeldstandes in der Portokasse sich zu einem professionellem Prüf- und Beratungsorgan entwickeln könnte, zeigt dieser Workshop. Viele Praxistipps für erste Schritte können anhand gestellter Fragen gegeben werden. Immer steht auch hier der Blick auf eine wirkungsorientierte Haushaltsführung im Vordergrund und werden vorallem Problemstellungen der Compliance (=Nachvollziehbarkeit) gelöst.


Workshop 4) Wirkungsorientierte Haushaltsführung mit der VRV 2015

Wirkung und Nachhaltigkeit im neuen Gemeindehaushaltsrecht

Gemeindebudgets und Rechnungsabschlüsse sind gemäß dem ab 2019/2020 gültigen neuen Haushaltsrecht völlig anders aufgebaut als bisher. Mit der Pflicht zur Erstellung eines Vermögensnachweises können erstmals auch aussenstehende ohne vage Schätzungen relevante Kennzahlen zur Substanz, Wert- und Nachhaltigkeit des Gemeindehaushaltes ermitteln.

Die neue VRV 2015 ist ein Meilenstein im Bereich des öffentlichen Controllings, ihr eilt allerdings auch der Ruf noch größerer Bürokratie voraus, da sie umfangreiche zusätzliche Beilagen fordert. Es wird also auch weiterhin eine gewisse Übung erfordern, das Wesetnliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.